2017

Auf ein Jahr des Umbruchs – ungeachtet dessen, es den Penguin Tappers wieder einmal, als einzigem deutschen Team bei der Weltmeisterschaft gelungen ist, als 1. Sieger mit der HK 2 Formation ganz oben auf dem Treppchen in Riesa zu stehen, soll in 2017 ein Jahr des Aufbruchs folgen.

Beim Neujahrsempfang der Abteilungsleitung, am 3. Januar erscheint neben den zahlreichen Sportlern, Trainern, Freunden und Unterstützern auch der Hemsbacher Bürgermeister Kirchner. Er war überraschend als Fan der Penguin Tappers auf eigene Faust nach Riesa gekommen und ließ sich von der Begeisterung und dem Zusammenhalt des Teams anstecken.

Ebenfalls noch im Januar folgt die Abteilungsversammlung. Hier zieht Klaus Schollmeier ein positives Fazit für das Vorjahr und dankt Karin Ould Chih für ihre hervorragende Arbeit mit der 1. Formation. Diese Aufgabe werden sich 2017 die langjährige Co-Trainerin und Mannschaftssprecherin Monika Schulz, als Trainerin und Rachel Jackson-Weingärtner, als Choreographin teilen.

Dem ‚Welcome back Rachel‘ von Abteilungsleiter Klaus Schollmeier folgt ein `Farewell Andreas‘, an die Adresse von Kassenwart Andreas Heiler, der fast 10 Jahre lang für einen reibungslosen Fluss von Mitteln und Belegen sorgte. An seine Stelle tritt nach ausgiebiger Einarbeitung ab 2017 die Diplomkauffrau Susanne Arnold, die auch in der HK II Formation aktiv ist.

Das bewährte Konzept ‚Train the Trainers‘ wird in allen Altersklassen fortgeführt und neben Stepp- und Balletttanz beginnt Ende Januar auch ein neuer HipHop-kurs.

Beim Round Table Ende Januar nehmen auch 5 Trainerinnen der Penguin Tappers an der Wertungsrichter-Ausbildung teil. Außerdem wird beschlossen, die DM 2017 Anfang Oktober in Wilhelmshaven auszutragen.

Bei der Sportlerehrung der Stadt Hemsbach werden diesmal auch einige langjährige Funktionäre und verantwortliche Organisatoren ausgezeichnet, die sich durch ihr soziales Engangement und die Förderung des Zusammenhalts verdient gemacht haben. Unter ihnen das Abteilungsleiterteam der Penguin Tappers, Klaus Schollmeier und Andrea Mayer. Ebenfalls Grund zum Feiern hat die HK II Formation, als Ende Juli die langjährige Co-Trainerin, Larissa Ksionsek – selbst Weltmeisterin mit der ersten Formation – in Laudenbach ihrem Traummann, Kai Thomann, das Ja-Wort gibt. Mit der Kulisse des neuen Tanzes ‚Mary Poppins‘ steht die Formation für ihre Trainerin Spalier.

Anfang September bereiten sich alle Aktiven Penguin Tappers eine Woche lang intensiv auf die bevorstehende Meisterschaftssaison vor. Als erste Bewährungsprobe der neuen Choreographien folg am 17. September die öffentliche Generalprobe in der Hans-Michel-Halle in Hemsbach.

Das dort bereits Wettkampfatmosphäre herrscht, dafür sorgen unfassbare 850 Zuschauer, die die Tribühne fast zum Einsturz bringen. Alle wollen die neuen Tänze, Kostüme und v.a. ihre Penguin Tappers sehen. Dementsprechend hoch motiviert und von zahlreichen Fans begleitet, treten die Penguins am 6. Und 7. Oktober in der Wilhelmshavener Stadthalle an, wo die Tanzschule Dunse für eine perfekte Organisation dieses Großereignisses sorgt. Daran ändert auch der schwere Sturm ‚Xavier‘ nichts, der zwei Tage zuvor ganz Norddeutschland unter Wasser setzt und weitere schwere Verwüstungen bringt. Vor vollen Rängen verteidigen die Penguin Tappers mit 3 Formationen ihre Meistertitel aus dem Vorjahr. Die 1. Formation schafft es mit der Choreographie ‚Lost‘ von Rachel Jackson-Weingärtner, dass man in der riesigen Wilhelmshavener Stadthalle nach dem Schlussakkord eine Stecknadel hätte fallen hören. So ausdrucksstark und bewegend ist die Darstellung dieses, aktuellen aber auch extrem tiefgründigen Themas, das sich von allen anderen, zum großen Teil ebenfalls erstklassigen Darbietungen deutlich abhebt und knapp aber verdient auf dem ersten Platz landet. Außerdem ersteppen die Penguin Tappers noch 4 weitere 1. Plätze, sowie mit allen anderen Kategorien sehr gute Platzierungen, sodass alle DM Teilnehmer auch mit zur WM nach Riesa fahren können.

Dort geht es vom 28.11. – 2.12.2017 um die begehrten Weltmeistertitel. Diesmal feiert man in Riesa zum 20. Mal die Austragung der Weltmeisterschaften im Showdance und im Stepptanz. 1500 und damit mehr Teilnehmer als jemals zuvor aus 35 verschiedenen Nationen sind aus der ganzen Welt angereist, um sich zu messen. Darunter erstmals Teilnehmer aus Mexico und Singapore, aber auch aus Australien, Süd Afrika, Kanada, den USA und natürlich den starken europäischen Steptanz-Nationen, allen voran England, die Schweiz, Kroatien und Tschechien.

Dass es für die Teilnehmer des Teams Deutschland schwer werden würde stand von Beginn an fest. Zu professionell gehen andere Länder diesen Wettkampf an, als dass den überwiegend Vereins- und Amateursportlern aus Deutschland hier etwas anderes, als die perfekte Show gelingen muss, um überhaupt in Sichtweite des Treppchens zu kommen.

Selbst den Penguin Tappers, die mit ihren Formationen bereits mehrmals Weltmeister geworden sind, gelingt es diesmal nur mit der herrlichen Choreographie ‚Mary Poppins‘ von Jana Matz und Lara Thomann und ihrer HK II Formation die Begeisterung der Tänzerinnen und Tänzer auf die internationalen Wertungsrichter zu übertragen. Zum 5. Mal in Folge wird die HK II Formation klarer Weltmeister. Hut ab!!!

Die Schülerformation unter Trainerin Kristina Eckstein schafft es auf Rang 6, aber bei den Junioren und der KH 1 Formation schafft es diesmal kein deutsches Team auch nur in die Finalrunde. Die Choreographie ‚Lost‘ der 1. Formation der Penguin Tappers. bringt auch in Riesa die, am Finalabend mit 2000 Gästen gut besuchte Jubiläumsgala zum schweigen. Die Tänzerinnen und Tänzer verarbeiten das schwierige Thema so emotional und ausdrucksstark, dass sowohl im Saal, als auch bei einigen Wertungsrichtern sogar Tränen fliesen. Kein anderes Team und keine der überwiegend auf Show getrimmten Choreographien der anderen Teilnehmer schafft es vergleichsweise auch nur annährend, das Publikum emotional so zu erreichen. Leider bleibt nur der moralische Sieg, denn die extrem variablen Wertungsrichter vergeben diesmal den Show-lastigen Choreographien eindeutig höhere Punkte und so bleibt die Goldmedaille der HK II Formation die einzige für das Team Deutschland bei dieser Weltmeisterschaft.

Wirklich schade, dass sich dies zu einem Trend fortzusetzen scheint. Immer weiter in die gleiche Richtung, nur jedes Jahr noch extravaganter und schneller, als zuvor scheint die Devise zu sein. Auf die Dauer wird es sehr langweilig werden, wenn alle nur noch versuchen, das zu steppen, was den Wertungsrichtern anscheinend am besten gefällt. Die Kreativität bleibt dabei auf der Strecke, aber das ist genau das, was den Erfolg im Tanzsport am Ende ausmacht und immer wieder neue Begeisterung dafür schafft. Immer weiter so, nur noch schneller, höher, weiter ist längst nicht mehr Zeitgemäß. Niemand kann diese Tatsache einfach ignorieren. Was Kreativität und Tanztechnik angeht, so macht den Trainerinnen und Trainern der Penguin Tappers niemand auf der Welt etwas vor, und so blicken sie zuversichtlich in die Zukunft.

Mit dem Spass, den alle Tänzerinnen und Tänzer, egal ob groß oder klein dabei haben, wird es auch bei der Erfolgskurve wieder aufwärts gehen. Da ist sicher – auf ein Neues – 2018 kann kommen!